Es hat alles seine Zeit

und alles Tun unter dem Himmel

hat seine Stunde.

 

Pred. 3,1

Beerdigung von Erzbischof Hubert Theophil Simar, 1902
Jakob Pilartz vor seinem Sargmagazin
Karl-Heinz und Siegfried Pilartz
Streitzeuggasse Nr.7
Eingang Herzogstraße
Siegfried Pilartz mit seiner Tochter Manuela

Firmengeschichte

 

Das Kölner Greven's Adreßbuch verzeichnet 1850:

„Im Jahr des Herrn eintausendachthundertfünfzig begründet der wohlachtbare Meister der Schreinerzunft Gottfried Pilartz vierunddreißigjährig zu Cöln, Kämmergasse achtzehn, ein Sargmagazin.”

 

 

Bevor er 19 Jahre später das Haus Streitzeuggasse 19 kaufte, zog er 11mal mit seinem Geschäft um, was ihn in der gesamten Innenstadt bekannt machte.

 

Und schon bald begründet sich eine bis heute reichende Tradition: Seit 1864 – dem Tod von Kardinal Johannes von Geißel – werden alle Kölner Erzbischöfe und Kardinäle durch das Haus Pilartz beerdigt.

 

1885 übergab Gottfried Pilartz sein Geschäft an die beiden Söhne Jakob und Kaspar - beide ebenfalls Schreinermeister. Aus dem „Sargmagazin” wurde die „Beerdigungs-Anstalt” der Gebrüder Pilartz. Das Unternehmen bietet in zunehmendem Maße neben den Särgen alle bei einem Sterbefall notwendigen Dienstleistungen an.

 

Nach dem 1. Weltkrieg übernahm Gottfried, der älteste Sohn von Jakob und Eva Pilartz, 1919 die nun stark expandierende Firma. Auch Gottfried setzte die Tradition des Schreinerhandwerks fort. Er war 1922 Mitbegründer des Dt. Bestattungs- und Begräbnisvereins, der heutigen Versicherung Zurich Dt. Herold LV-AG. Von 1923 bis 1947 war er Vorsitzender der Kölner Standesorganisation.
Er heiratete 1917 Resy Langenberg. Von Anfang an engagierte sie sich mit großer Energie und Tatkraft im Geschäft und war nach seinem Tode von 1958 bis 1966 Inhaberin.

 

In der für Köln katastrophalen Nacht zu
Peter und Paul, am 29. Juni 1943, wurde das Stammhaus in der Streitzeuggasse durch die Bomben des 2. Weltkrieges völlig zerstört. Wie durch ein Wunder blieben die Familienangehörigen unverletzt.

Gleich nach dem Krieg beteiligten sich die beiden Söhne Karl-Heinz und Siegfried, nun in der vierten Generation Schreinermeister, maßgeblich am Wiederaufbau des Unternehmens. 1954 konnte schließlich der Neubau in der Streitzeuggasse an alter Stelle, nun umnummeriert in Nr. 7, bezogen werden. 1966 übernahmen Karl-Heinz und Siegfried Pilartz das Bestattungshaus Pilartz, unterstützt von ihren Ehefrauen Maria Pilartz und Hanni Pilartz.

In vielen Bereichen gingen sie seit langem neue Wege und passten das Unternehmen den gewandelten und gestiegenen Bedürfnissen der Zeit an.

 

Im Vordergrund stand nicht mehr ausschließlich die handwerkliche Tradition, sondern die beratende Hilfe für die Angehörigen.

Das Aufgabengebiet weitete sich auf einen umfangreichen Dienstleistungskatalog aus: von der Gestaltung der Trauerfeiern über den Entwurf von Trauerbriefen und -anzeigen bis hin zu der Erledigung vielfältiger Formalitäten.

Karl-Heinz Pilartz engagierte sich schon früh im Fachverband des deutschen Bestattungsgewerbes, dessen Kreisvorstand, später auch Landesvorstandsvorsitzender, er ab 1952 war.

 

Siegfried Pilartz war seit 1972 öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Bestattungsgewerbe. Karl-Heinz Pilartz starb 1983 mit 60 Jahren viel zu früh. Siegfried Pilartz übernahm nun die alleinige Geschäftsführung unterstützt durch seine Tochter Manuela Pilartz. 1991 zog das Unternehmen in neue Geschäftsräume in der Herzogstraße um.

 

Menschen sterben heute meistens im Krankenhaus, und Wohnungen lassen eine Aufbahrung oft aus Platzgründen nicht zu. Für trauernde Angehörige ist der Abschied am offenen Sarg aber oft sehr wichtig. Deshalb wurde schon 1980 die erste Abschiedskapelle im Haus Pilartz eingerichtet, die 1997 modernisiert und um eine eigene Trauerhalle erweitert wurde.

1997 wird Manuela Pilartz geschäftführende Gesellschafterin und leitete damit den Wechsel zur 5. Generation ein.

 

Vom „Sargmagazin” zur „Beerdigungsanstalt”, von der „Beerdigungsanstalt” zum „Bestattungshaus” - allein in diesen Begriffen spiegeln sich die Veränderungen, die das Unternehmen in den 150 Jahren seiner Geschichte vollzogen hat.

Jede Generation hat sich, aufbauend auf den Erfahrungen der vorhergehenden, den jeweiligen Herausforderungen und Bedürfnissen ihrer Zeit gestellt.

Das Bestattungshaus Pilartz wird diesen Weg weiter gehen. Bewährtes bewahren und gleichzeitig weiterhin offen sein für neue, zeitgemäße, individuell unterschiedliche Bestattungsformen.

 

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